Übersichtsartikel vs. Literaturübersicht: Unterschiede je nach akademischem Kontext
Ein Übersichtsartikel ist in der Regel ein eigenständiger wissenschaftlicher Artikel, bei dem die Bewertung und Synthese vorhandener Forschung den Hauptbeitrag des gesamten Dokuments bilden. Eine Literaturübersicht bezeichnet dagegen die Literaturarbeit selbst und kann ein Abschnitt eines größeren Werks oder ein eigenständiges Werk sein; entscheidend sind Dokumentenrolle, eigenständiger Zweck und Publikationskontext.

Schnellvergleich: Welcher Begriff passt?
Ordnen Sie zuerst die Dokumentenrolle ein. Methodische Strenge und Review-Typ sind davon getrennte Fragen.
- Teil eines größeren Werks? Literaturübersicht als Abschnitt. Zweck, Umfang und Synthese unterstützen die Forschungsfrage, das Argument oder die Studie des übergeordneten Dokuments.
- Das gesamte Dokument, aber keine Zeitschriftenpublikation? Eigenständige Literaturübersicht. Sie braucht einen eigenen Zweck, einen eigenen Umfang, eine eigenständige Synthese und eine eigene Schlussfolgerung, kann aber etwa als Kursarbeit oder unabhängiges akademisches Projekt vorliegen.
- Das gesamte Dokument als wissenschaftlicher Artikel? Übersichtsartikel, wenn die Auswertung und Synthese vorhandener Forschung den zentralen wissenschaftlichen Beitrag des Artikels bilden. Die genaue Bezeichnung und Methodendarstellung richten sich zusätzlich nach Disziplin und Zeitschrift.
Entscheidungsregel: Dokumentenrolle → eigenständiger Zweck → Publikationskontext. Explizite Aufgaben-, Betreuer- oder Zeitschriftenvorgaben haben bei der Benennung Vorrang.
Die folgenden Abschnitte zeigen, wie Zweck, Umfang, Struktur und methodische Transparenz von dieser Rollenverteilung abhängen.
Inhaltsverzeichnis
Der zentrale Unterschied zwischen einem Übersichtsartikel und einer Literaturübersicht
Ein Übersichtsartikel ist ein vollständiger wissenschaftlicher Artikel, der auf der Auswertung und Synthese vorhandener Literatur aufbaut, während eine Literaturübersicht einen Abschnitt eines größeren Werks bilden oder als eigenständiges Werk existieren kann.
Bei einem Übersichtsartikel ist die Synthese der zentrale Zweck des gesamten Dokuments.
In einem Literaturübersichtsabschnitt unterstützt die Synthese den Zweck des größeren akademischen Werks, beispielsweise durch die Herstellung des Kontexts für dessen Forschungsfrage.
Dieser Unterschied im Dokumentenstatus ist der deutlichste Ausgangspunkt für den Vergleich der Begriffe.
Übersichtsartikel und Literaturübersichten teilen wichtige Funktionen: Beide können vorhandene Forschung organisieren, Ergebnisse über Quellen hinweg verknüpfen und eine Synthese entwickeln.
Der sinnvolle Vergleich basiert daher auf Dokumentenstatus, Publikationsrolle, Beziehung zu einem größeren Werk und dem erforderlichen Grad eigenständiger Rahmung.
Zu verstehen, was ein Übersichtsartikel ist, beginnt mit der Erkenntnis, dass seine Review-Funktion den gesamten Artikel ausmacht und nicht nur einen unterstützenden Abschnitt.
Der folgende Vergleich wendet dieselben Dimensionen auf beide Begriffe an, sodass ihre Überschneidung diesen strukturellen Unterschied nicht überlagert.
| Vergleichsdimension | Übersichtsartikel | Literaturübersicht |
|---|---|---|
| Dokumentenstatus | Die Auswertung und Synthese vorhandener Forschung bilden den Kern des gesamten wissenschaftlichen Artikels. | Sie kann ein Abschnitt innerhalb eines größeren Werks oder ein eigenständiges Werk sein. |
| Publikationsrolle | Fungiert als eigenständige wissenschaftliche Veröffentlichung, wenn als Zeitschriftenartikel publiziert. | Kann ein anderes akademisches Dokument unterstützen oder als eigenständiges Werk fungieren. |
| Beziehung zu einem größeren Werk | Besitzt als vollständiger Artikel eine eigene Rahmung und einen eigenen Zweck. | In eingebetteter Form unterliegen Umfang und Zweck dem größeren Werk; als eigenständiges Werk ist eine eigene Rahmung erforderlich. |
| Synthese | Die Synthese vorhandener wissenschaftlicher Arbeit ist die zentrale Aufgabe des Artikels. | Die Synthese kann einen übergeordneten Forschungszweck unterstützen oder die zentrale Aufgabe eines eigenständigen Werks bilden. |
| Eigenständige Rahmung | Erfordert eine eigenständige Rahmung, um Zweck und Umfang des Reviews im Artikel festzulegen und zu begründen. | Ein eingebetteter Abschnitt übernimmt seinen weiteren Kontext, während ein eigenständiges Werk eine eigenständige Rahmung erfordert. |
Ein empirischer Aufsatz kann beispielsweise eine eingebettete Literaturübersicht enthalten, die vorhandene Forschung synthetisiert, um den Hintergrund und die Begründung für die Studie zu schaffen, während die Hauptuntersuchung des Aufsatzes einem übergeordneten Zweck dient.
Ein eigenständiger Übersichtsartikel macht dagegen die Literaturübersicht selbst zum vollständigen wissenschaftlichen Beitrag, sodass seine Rahmung, sein Umfang und seine Synthese unabhängig von einem anderen Dokument operieren.
Eine eigenständige Literaturübersicht kann ein ähnliches akademisches Terrain besetzen, sodass sich die Konzepte weiterhin überschneiden.
Die Bezeichnung allein ist weniger aussagekräftig als die Frage, ob die Literaturübersicht das gesamte Werk oder Teil eines anderen Werks ist.
Die begleitende Abbildung verdeutlicht die Dokumentenrollen-Beziehung, indem sie eine eingebettete Literaturübersicht innerhalb eines größeren akademischen Werks sowie die eigenständige Rahmung eines vollständigen Übersichtsartikels zeigt.
Wie sich die Begriffe je nach akademischem Kontext ändern
Die Bedeutung von Literaturübersicht und Übersichtsartikel hängt vom akademischen Kontext ab, insbesondere von der akademischen Funktion des Werks und dem Publikationsumfeld.
Drei Kontextdimensionen
- Dokumentenrolle
- Eingebettet bedeutet: Die Literaturarbeit dient einem größeren Werk. Eigenständig bedeutet: Die Literaturarbeit muss ihren Zweck, Umfang und ihre Synthese selbst tragen.
- Publikationsumfeld und Publikum
- Institution, Disziplin und Zeitschrift beeinflussen, welche Bezeichnung verwendet wird und welche Darstellung Leser erwarten.
- Strukturelle und methodische Unabhängigkeit
- Je eigenständiger das Dokument ist, desto mehr Rahmung muss es selbst bereitstellen. Der konkrete Methodenstandard folgt jedoch dem Review-Ansatz und den lokalen Vorgaben.
Bezeichnung allein reicht nicht: Ähnliche Literaturarbeit kann in unterschiedlichen akademischen Umgebungen unterschiedlich benannt werden; umgekehrt belegen unterschiedliche Bezeichnungen nicht automatisch unterschiedliche Funktionen.
Die kontextuelle Rolle ist der Interpretationsschlüssel: ob die Literaturübersicht in ein anderes Werk eingebettet ist oder unabhängig fungiert, ist aussagekräftiger als die Bezeichnung allein.
Die begleitende Abbildung zeigt, wie das akademische Umfeld die Rolle einer Literaturübersicht verändert, und stellt eine eingebettete Literaturübersicht innerhalb eines größeren Werks einer eigenständigen Literaturübersicht gegenüber, die unabhängig funktionieren soll.
Literaturübersicht als Abschnitt innerhalb eines größeren akademischen Werks
Eine Literaturübersicht kann als ein Abschnitt innerhalb eines größeren akademischen Werks fungieren, etwa einer Abschlussarbeit, Dissertation, Forschungsarbeit oder eines wissenschaftlichen Artikels.
Rolle innerhalb des Gesamtwerks
- Dokumentenstatus
- Abschnitt eines größeren wissenschaftlichen Werks.
- Primärer Zweck
- Stützt das Forschungsproblem, Argument oder die Studie des übergeordneten Dokuments.
- Umfang
- Wird durch das Ziel des größeren Werks begrenzt, nicht durch einen vollständig unabhängigen Review-Zweck.
- Rahmung
- Kann Einleitung, Kontext und Übergänge des Gesamtwerks mitnutzen; ein separat benannter Literaturübersichtsabschnitt ist nicht in jeder Disziplin zwingend.
Das untenstehende annotierte Beispiel macht diese abhängige Beziehung sichtbar, indem es den Übersichtsabschnitt innerhalb seines übergeordneten Dokumentenkontexts hervorhebt.
In einer empirischen Studie kann eine eingebettete Literaturübersicht frühere Ergebnisse synthetisieren, um Hintergrund und Begründung der Untersuchung herzustellen, während die empirische Studie selbst das übergeordnete wissenschaftliche Werk bleibt.
Eigenständige Literaturübersicht als unabhängiges akademisches Werk
Eine eigenständige Literaturübersicht ist das vollständige unabhängige akademische Werk und nicht ein Abschnitt, der eine größere Studie bedient.
Die untenstehende Abbildung verdeutlicht, wie diese Elemente innerhalb einer eigenständigen Literaturübersicht funktionieren.

Was Eigenständigkeit konkret verlangt
- Zweck und Umfang
- Eine eigene Fragestellung oder ein klarer Review-Zweck setzt die Grenze dafür, welche Literatur einbezogen wird.
- Evidenzauswahl
- Quellen werden nach ihrer Relevanz für diesen Zweck ausgewählt; die Auswahl muss zum definierten Umfang passen.
- Synthese
- Ergebnisse werden über Quellen hinweg organisiert und miteinander verknüpft, statt Studien nur nacheinander zusammenzufassen.
- Schlussfolgerung
- Sie bündelt die Implikationen der ausgewerteten Literatur in Bezug auf die eigene Fragestellung.
- Publikationsstatus
- Eigenständig beschreibt die Unabhängigkeit des Dokuments, nicht automatisch eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift.
Das York College/CUNY weist darauf hin, dass eine eigenständige Literaturübersicht eine akademische Kursaufgabe oder das Ergebnis eines Independent-Study-Projekts sein kann. Damit beschreibt Eigenständigkeit die Unabhängigkeit des Dokuments und nicht automatisch eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift.
Übersichtsartikel als eigenständige Zeitschriftenpublikation
Ein Übersichtsartikel ist eine eigenständige Zeitschriftenpublikation, deren zentrale wissenschaftliche Aufgabe darin besteht, vorhandene Forschung zu einem definierten Thema oder einer definierten Frage zu bewerten, zu ordnen und zu synthetisieren.
Anstatt neu erhobene Primärdaten als Hauptbeitrag vorzulegen, entwickelt der Übersichtsartikel seinen Beitrag durch die Interpretation und Synthese zuvor veröffentlichter wissenschaftlicher Literatur.
Amobonye und Kollegen beschreiben Übersichtsartikel als solche, die einen Überblick über relevante Literatur geben und Studien zu bestimmten Themen synthetisieren.
Die untenstehende Abbildung unterstreicht diese Publikationsrolle, indem sie die Synthese vorhandener Forschung als zentrale Arbeit des gesamten Artikels zeigt.

Was die Bezeichnung festlegt – und was nicht
Festgelegt
- Die Bewertung und Synthese vorhandener Forschung sind der zentrale Zweck des gesamten Artikels.
- Der wissenschaftliche Beitrag entsteht aus Bewertung, Ordnung und Synthese vorhandener Forschung.
- Der Artikel benötigt eine eigenständige Rahmung, einen eigenen Umfang und eine abschließende Synthese.
Nicht allein festgelegt
- ob der Review narrativ, systematisch oder nach einem anderen Review-Ansatz angelegt ist;
- wie detailliert Suche, Auswahl und Quellenbewertung dokumentiert werden;
- welches konkrete Berichtsformat gilt – dies hängt von Review-Typ, Disziplin und Zeitschriftenvorgaben ab.
Eine eigenständige Literaturübersicht kann funktional einem Übersichtsartikel entsprechen, wenn sie als vollständiger wissenschaftlicher Artikel mit eigenem Review-Zweck und eigener Synthese vorliegt. Die Terminologie kann dennoch zwischen Disziplinen und Zeitschriften variieren.
Die methodischen Unterschiede zwischen den Arten von Übersichtsartikeln beeinflussen, wie Literatur gesucht, ausgewählt, bewertet, synthetisiert und berichtet wird.
Kraus und Kollegen behandeln Übersichtsartikel und Literaturübersichten gemeinsam als unabhängige, eigenständige Studien. Das veranschaulicht, warum sich die Terminologie bei vollständigen Review-Arbeiten überschneiden kann, obwohl lokale Publikationskonventionen weiterhin maßgeblich sind.
Wie sich Zweck und Umfang unterscheiden
Übersichtsartikel und Literaturübersichten können beide vorhandene wissenschaftliche Arbeit zusammenfassen, bewerten und eine Synthese entwickeln, aber ihr Zweck und ihr Umfang hängen vom akademischen Umfeld und der Rolle der Literaturübersicht innerhalb des Dokuments ab.
Wenn eine Literaturübersicht ein größeres Projekt unterstützt, ist ihr Zweck an das Forschungsziel dieses Projekts gebunden, während ein Übersichtsartikel als vollständige Publikation ein eigenständiges Review-Ziel festlegt.
Der Zweck definiert, was die Literaturübersicht leisten soll; der Umfang legt die dafür erforderlichen Themengrenzen sowie Breite und Tiefe fest.
Der folgende Vergleich stellt dieselben entscheidungsrelevanten Attribute für beide Kontexte gegenüber, anstatt ein festes Niveau an Gründlichkeit für eine der beiden Formen anzunehmen.
Er trennt Zweck von Umfang und zeigt gleichzeitig, wie das übergeordnete Projekt, das Publikum, der wissenschaftliche Beitrag, das eigenständige Argument und die Synthese jede Literaturübersicht beeinflussen.
| Attribut | Übersichtsartikel | Literaturübersicht |
|---|---|---|
| Primärer Zweck | Verfolgt ein eigenständiges Review-Ziel durch Bewertung und Synthese vorhandener wissenschaftlicher Arbeit. | In eingebetteter Form unterstützt sie das Forschungsziel oder Argument des übergeordneten Projekts; in eigenständiger Form legt sie ein eigenes Review-Ziel fest. |
| Beziehung zu einem übergeordneten Projekt | Fungiert als vollständige wissenschaftliche Publikation und nicht als unterstützender Abschnitt einer anderen Studie. | Kann eine Abschlussarbeit, Dissertation, Forschungsarbeit oder ein anderes größeres Projekt unterstützen oder als eigenständiges Werk fungieren. |
| Umfang | Setzt Themengrenzen entsprechend dem Review-Ziel des Artikels und der anwendbaren Review-Methodik. | In eingebetteter Form setzt er Themengrenzen entsprechend den Anforderungen des übergeordneten Projekts; in eigenständiger Form setzt er sie entsprechend seinem eigenen Zweck. |
| Breite und Tiefe | Die Abdeckung wird durch das Review-Ziel, die Methodik, die Disziplin und den Publikationskontext bestimmt. | Die Abdeckung wird durch die Aufgabenstellung oder den eigenständigen Zweck, die Disziplin und die Beziehung zum übergeordneten Werk bestimmt. |
| Publikum | Richtet sich an das wissenschaftliche Publikum, das durch seine Zeitschrift und seinen disziplinären Kontext definiert wird. | Kann sich an Leser des übergeordneten Projekts, akademische Bewertende oder ein anderes, durch den eigenständigen Kontext definiertes Publikum richten. |
| Wissenschaftlicher Beitrag | Die Synthese, Bewertung und Implikationen der ausgewerteten wissenschaftlichen Arbeiten bilden den eigenständigen Beitrag der Publikation. | In eingebetteter Form trägt die Synthese zur Rahmung oder zum Argument des übergeordneten Projekts bei; in eigenständiger Form liefert die Literaturübersicht selbst den eigenständigen Beitrag. |
| Eigenständiges Argument oder eigenständige Synthese | Erfordert ausreichend eigenständige Rahmung und Synthese, um das eigene Review-Ziel des Artikels zu tragen. | Eine eingebettete Literaturübersicht entwickelt die Synthese in Bezug auf das Ziel des übergeordneten Projekts, während eine eigenständige Literaturübersicht ihre eigene unabhängige Rahmung erfordert. |
Dasselbe Thema könnte beispielsweise im Rahmen einer empirischen Studie nur so weit ausgewertet werden, wie es nötig ist, um eine spezifische Forschungsfrage zu begründen, was zu einem Umfang führt, der durch das Ziel des übergeordneten Projekts begrenzt ist.
Wenn die Literaturübersicht stattdessen die gesamte Publikation ist, kann ihr Zweck eine breitere Themengrenze oder größere Tiefe erfordern, damit die Synthese ein eigenständiges Review-Ziel verfolgt und einen eigenen wissenschaftlichen Beitrag für das vorgesehene Publikum entwickelt.
Keiner der Kontexte legt eine feste Breite, Tiefe oder Gründlichkeit fest, da Aufgabenanforderungen, Disziplin und Review-Methodik diese Erwartungen ändern können.
Der Zweck steuert den Umfang zuverlässiger als die Terminologie allein.
Wie sich Struktur und methodische Detailtiefe je nach Kontext unterscheiden
Struktur und methodische Detailtiefe ändern sich je nachdem, ob es sich um einen Literaturübersichtsabschnitt, eine eigenständige Literaturübersicht oder einen Übersichtsartikel handelt.
Die beiden Hauptachsen des Vergleichs sind strukturelle Unabhängigkeit und methodische Transparenz.
Eine in ein größeres Werk eingebettete Literaturübersicht kann für ihre Einleitung, ihren Forschungskontext und ihre Schlussfolgerung auf dieses Dokument zurückgreifen, während eine eigenständige Literaturübersicht mehr dieser Funktionen selbstständig bereitstellen muss.
Auch die Methodendarstellung variiert, da Suchmethoden, Auswahlmethoden, Quellenbewertung und der Detaillierungsgrad der Darstellung vom Zweck der Literaturübersicht, der Methodik, der Disziplin und dem Publikationskontext abhängen.
Die nachfolgende Tabelle ordnet wiederkehrende strukturelle und methodische Attribute den drei Kontexten zu, anstatt ein universelles Format vorzugeben.
Sie vergleicht die Unabhängigkeit von Einleitung und Schlussfolgerung, die Organisation der Synthese, die Behandlung von Such- und Auswahlmethoden, die Quellenbewertung und den erwarteten Detaillierungsgrad der Darstellung.
| Attribut | Literaturübersichtsabschnitt | Eigenständige Literaturübersicht | Übersichtsartikel |
|---|---|---|---|
| Strukturelle Unabhängigkeit | Funktioniert innerhalb eines größeren Dokuments und kann für die übergeordnete Rahmung auf dieses Dokument zurückgreifen. | Funktioniert als eigenständiges akademisches Werk und erfordert daher eine eigene Rahmung und innere Kohärenz. | Funktioniert als eigenständige Zeitschriftenpublikation, deren Struktur durch den Review-Ansatz und die Zeitschriftenstandards geprägt wird. |
| Einleitung | Kann von der Einleitung des größeren Werks abhängen, um das übergeordnete Forschungsproblem und den Kontext herzustellen. | Benötigt eine ausreichend eigenständige Einleitung, um Zweck, Umfang und Kontext der Literaturübersicht herzustellen. | Benötigt eine eigenständige Einleitung, die dem Review-Ziel des Artikels und dem Publikationskontext entspricht. |
| Schlussfolgerung | Kann in spätere Abschnitte des größeren Werks überleiten, anstatt eine vollständig eigenständige Schlussfolgerung zu liefern. | Erfordert eine Schlussfolgerung, die das eigene Argument oder die Synthese der Literaturübersicht abschließt. | Erfordert eine Schlussfolgerung oder eine entsprechende abschließende Synthese, die der Art der Literaturübersicht und der Zeitschriftenkonvention entspricht. |
| Organisation der Synthese | Organisiert sich um die Anforderungen des übergeordneten Forschungsproblems, Arguments oder der Studie. | Organisiert sich um den eigenen Zweck, den Umfang und die eigene Fragestellung der Literaturübersicht. | Organisiert sich entsprechend dem Review-Ziel des Artikels, der Synthesemethode und den disziplinären Erwartungen. |
| Suchmethoden | Können kurz beschrieben werden oder nicht als separate Methode ausgewiesen werden, wenn eine detaillierte Suchdokumentation vom größeren Werk oder der Disziplin nicht gefordert wird. | Können explizite Suchmethoden erfordern, wenn die Aufgabenstellung, der Review-Ansatz oder die institutionelle Konvention methodische Transparenz erwartet. | Können eine explizite Suchdokumentation erfordern, wobei der Detaillierungsgrad durch den Review-Typ und die Zeitschriftenstandards bestimmt wird. |
| Auswahlmethoden | Die Auswahllogik kann implizit oder knapp dargestellt sein, wenn der Abschnitt eine engere unterstützende Funktion erfüllt. | Auswahlmethoden können eine eigenständige Erläuterung benötigen, wenn sie den Umfang und die Glaubwürdigkeit der Literaturübersicht maßgeblich beeinflussen. | Auswahlmethoden können eine explizite Darstellung erfordern, wenn dies durch die Review-Methodik oder den Publikationsstandard verlangt wird. |
| Quellenbewertung | Die Bewertung kann in die Diskussion eingebunden sein, ohne dass ein separat ausgewiesenes Bewertungsverfahren vorliegt. | Das Ausmaß der Bewertung hängt vom Zweck der Literaturübersicht, den Aufgabenanforderungen und dem methodischen Ansatz ab. | Das Ausmaß und die Darstellung der Bewertung hängen vom Review-Typ, der disziplinären Konvention und den Zeitschriftenerwartungen ab. |
| Detaillierungsgrad der Darstellung | Spiegelt die Anforderungen des größeren Werks wider, nicht einen eigenständigen Publikationsstandard. | Bietet ausreichend methodische und strukturelle Details, damit die Literaturübersicht entsprechend ihrem Zweck und den akademischen Anforderungen als eigenständiges Werk fungieren kann. | Bietet den Detaillierungsgrad der Darstellung, der durch den relevanten Review-Ansatz sowie durch Zeitschriftenstandards oder disziplinäre Standards gefordert wird. |
Ein Literaturübersichtsabschnitt in einer empirischen Forschungsarbeit kann beispielsweise nur in dem Umfang erläutern, wie frühere Studien identifiziert und ausgewählt wurden, wie es zur Unterstützung des Forschungsproblems der Studie erforderlich ist, da der Abschnitt Teil eines größeren Dokuments bleibt.
Ein publizierbarer Übersichtsartikel, der dasselbe Thema untersucht, muss seine Suchmethoden, Auswahlmethoden, den Ansatz zur Quellenbewertung und die Synthesemethode möglicherweise expliziter angeben, wenn seine Methodik oder die Zeitschriftenstandards diese Transparenz verlangen.
Eine eigenständige Literaturübersicht kann zwischen diesen Kontexten liegen, wobei ihr Detaillierungsgrad durch ihre Aufgabenstellung, ihren Zweck und ihr Review-Verfahren bestimmt wird.
Diese Unterschiede sind daher kontextuell und nicht als Beleg für eine Manuskriptregel zu verstehen, die für jede Literaturübersicht gilt.
Wann eine Literaturübersicht auch ein Übersichtsartikel ist
Eine Literaturübersicht kann auch als Übersichtsartikel fungieren, wenn die Literaturübersicht das gesamte Dokument ist und als eigenständiger wissenschaftlicher Artikel mit eigenem unabhängigen Forschungszweck und eigener Synthese vorliegt.
Ein Literaturübersichtsabschnitt innerhalb einer Abschlussarbeit, Dissertation, Forschungsarbeit oder eines anderen größeren Werks erfüllt diese Bedingung des gesamten Dokuments nicht, da der Abschnitt dem Zweck des größeren Werks dient.
Die Unterscheidung hängt daher primär von Dokumentenstatus und Eigenständigkeit ab und nicht allein von der Terminologie.
Fünf Prüfmerkmale
- Status des gesamten Dokuments: Die Literaturübersicht ist das vollständige wissenschaftliche Werk und nicht nur ein Abschnitt. Ein eingebetteter Abschnitt ist damit kein eigenständiger Übersichtsartikel.
- Eigenständiger Forschungszweck: Die Arbeit formuliert eine eigene Frage, ein eigenes Ziel oder einen eigenen Analysezweck. Das ist für eine eigenständige Literaturübersicht wichtig, reicht allein aber noch nicht für die Bezeichnung Übersichtsartikel.
- Eigenständige Synthese: Die ausgewertete Forschung wird so organisiert, bewertet und synthetisiert, dass Argument oder Interpretation ohne ein übergeordnetes Dokument verständlich sind.
- Publikationskontext: Soll das vollständige Werk als wissenschaftlicher Artikel für ein Fachpublikum funktionieren, unterstützt dies die Bezeichnung Übersichtsartikel; eine Kursarbeit kann dagegen eigenständig sein, ohne ein Zeitschriftenartikel zu sein.
- Rahmung und Darstellung: Zweck, Umfang, Auswahlgrundlage, Synthese und Schlussfolgerungen müssen auf dem Niveau erläutert werden, das Review-Ansatz, Institution, Disziplin oder Zeitschrift verlangen.
Eine eigenständige Literaturübersicht, die als vollständiger wissenschaftlicher Artikel mit eigenem Zweck, eigener Rahmung, eigener Synthese und eigener Darstellung erstellt wurde, kann beispielsweise sowohl als Literaturübersicht als auch als Übersichtsartikel fungieren.
Ein Literaturübersichtsabschnitt, der frühere wissenschaftliche Arbeit zusammenfasst und synthetisiert, um das Forschungsproblem einer empirischen Arbeit zu unterstützen, bleibt dagegen ein abhängiger Abschnitt und kein eigenständiger Übersichtsartikel.
Disziplinen und Zeitschriften können unterschiedliche Terminologie für ähnliche Review-Arbeiten verwenden, sodass Terminologie und Veröffentlichungsort allein keine ausreichenden Klassifikationskriterien darstellen.
So ermitteln Sie, welcher Begriff für Ihre akademische Arbeit zutrifft
Klassifizieren Sie die Dokumentenrolle, bevor Sie sich zwischen Literaturübersicht, Übersichtsartikel oder einer spezifischeren Aufgabenbezeichnung entscheiden.
Bestimmen Sie zuerst, ob die Literaturübersicht das gesamte Dokument oder ein Abschnitt innerhalb eines größeren akademischen Werks ist, und berücksichtigen Sie dann ihren Zweck und Publikationskontext.
Eine eigenständige Literaturübersicht, die als Zeitschriftenpublikation vorgesehen ist, unterscheidet sich im Dokumentenstatus von einer Literaturübersicht, die der Kursarbeit oder einer anderen Forschungskomponente dient, wobei lokale Konventionen die verwendete Terminologie beeinflussen können.
Entscheidungsfolge
- Ist die Literaturarbeit das gesamte Dokument oder nur ein Abschnitt? Ist sie Teil einer Abschlussarbeit, Dissertation, Forschungsarbeit oder eines anderen größeren Werks, ist Literaturübersicht normalerweise die passende Funktionsbezeichnung. Ist sie das gesamte Dokument, prüfen Sie die nächsten Punkte.
- Welchen Publikationskontext hat das vollständige Dokument? Soll es als wissenschaftlicher Zeitschriftenartikel funktionieren und bilden Bewertung und Synthese vorhandener Forschung seinen Hauptbeitrag, kann Übersichtsartikel die passende Bezeichnung sein. Bei Kursarbeiten oder anderen eigenständigen akademischen Arbeiten kann eigenständige Literaturübersicht zutreffender sein.
- Besitzt die Arbeit einen eigenen Review-Zweck und eine eigenständige Synthese? Eigener Zweck, Umfang, Rahmung und Schlussfolgerung kennzeichnen ein eigenständiges Werk. Unterstützen diese Funktionen stattdessen eine andere Studie oder Argumentation, bleibt die Literaturübersicht eine Komponente des größeren Werks.
- Welche lokale Terminologie ist ausdrücklich vorgegeben? Aufgabenstellung, Betreuerhinweise, disziplinäre Konventionen und Zeitschriftenanforderungen bestimmen die endgültige Benennung und können zusätzliche Standards für Suche, Auswahl, Bewertung und Synthese verlangen.
Lokale Vorgaben haben Vorrang vor einer allgemeinen Begriffsregel. Verwenden Sie deshalb nach der funktionalen Einordnung die Bezeichnung und Methodendarstellung, die Ihre Institution, Ihr Fach oder die Zielzeitschrift ausdrücklich verlangt.
Eine Aufgabe, die sich auf die Kritik eines bestimmten Artikels konzentriert, gehört zur separaten Unterscheidung zwischen Übersichtsartikel versus Artikelrezension.
Nach der Klassifikation der Dokumentenrolle und der Anwendung der relevanten lokalen Anforderungen gilt der breitere Prozess des Übersichtsartikel-Schreibens, wenn die Arbeit als Übersichtsartikel entwickelt wird.